
18
Sep
Tag 8: Meiringen > Grimsel > Andermatt: (1471km > 1511km)
Alle waren am rätseln ob Frau Holle denn heute auf den Plan treten würde, oder genau gesagt, wann sie denn die Kissen schüttelt. Beim Briefing war es noch trocken, doch als wir aus dem Kino traten regnete es bereits in Strömen. Innerhalb von einer Stunde ist die Temperatur um 4 Grad gefallen. Es gab nur eins: rauf auf´s Rad, rauf auf den Berg. Mathias machte sich regenfest mit Regenjacke, -hose, Schuhüberzügen, Kappe und Handschuhen. Neu war sein Fahrkumpan der Martin Stapel, denn Andy und Winnie haben die Rückreise angetreten und Martin und Mötte standen motiviert bereit. Motiviert ist richtig, denn sobald es hoch ging war der Martin wie ein junges Reh bereit sämtliche Anhöhen in Angriff zu nehmen. Ziel war der rund 2130 Meter hohe Grimselpass. Danach sollte es über die Furka runter nach Andermatt gehen.
Wie gesagt, Regen in Strömen aber anfangs noch angenehme Temperaturen. Je höher wir stiegen, desto kühler wurde es, und die Aussicht war leider auch nicht der Rede wert, es war ziemlich Wolkenverhangen.
Eigentlich gibt es sehr wenig zu erzählen. Es ist ein harter Kampf gegen den inneren Schweinehund, nicht mehr, nicht weniger. Es wird kühler, man wird müder und hungriger, je länger man fährt desto weniger Lust hat man. Das Hirn schaltet sich aus und der Fokus liegt auf die nächsten Meter, eigentlich sehr meditativ.

Wir kommen höher und der Regen wird mehr und mehr zu Schnee. Er beginnt sich auf den Handschuhen festzusetzen, als wir den ersten Stausee erreichen. Die Füsse beginnen sich abzukühlen – wir erreichen den zweiten Stausee und wissen, dass nun nur noch wenige Höhenmeter vor uns liegen. Wir sprechen wenig sondern versuchen so schnell wie möglich auf den Berg zu kommen, um überhaupt weiterfahren zu können. Oben angekommen steht… niemand da! Natürlich, die sind alle schon weiter, ausser unsere Supporter und ein Team der Grimselwerke, die uns mit Applaus empfangen. Balsam auf die kalte Haut. Dazu kommt eine warme Ovo zur Wärmung und wieder hopp auf den FLYER, denn Eile ist angesagt wegen dem Schnee, der bereits ansetzt.

Die Abfahrt wird grässlich, der Wind ist enorm und jede Schneeflocke ist wie ein fieser Nadelstich in das Gesicht. Wirklich schmerzhaft und nicht ganz ungefährlich, da wir eigentlich blind fahren. Irgendwie kriegen wir es hin, nach Gletsch runter zu kommen. Da sind unsere Hände so steif und der Wind so stark, dass wir uns entscheiden, die Fahrt hier abzubrechen. Die Furka hat bereits zuviel Schnee, uns ist zu kalt, es ist zu gefährlich und der Spassfaktor ist bei null. Wir steigen schlottern vom Rad und drücken dankbar unseren Supportern das Bike in die Hand. Diese nehmen netterweise die Logistik auf sich und wir können versuchen, uns zu wärmen. Dann verladen wir den Bus auf den Zug und fahren so nach Andermatt. Dort haben wir Zeit zu entspannen und uns in der Sauna wieder aufzuheizen. Mathias´ Bruder Pascal kommt ebenfalls in die Sauna sowie zum leckeren Abendessen mit Vortrag von Louis Palmer. Er bringt uns die nigelnagelneuen Helme und Brillen von VAUDE, die uns von nun an die Fahrten sicherer und angenehmer machen. Danke Pasci, danke VAUDE!








